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Die Stadtgeschichte von Bogen

Feierlichkeiten bei der Stadterhebung 1952

Die Geschichte der heutigen Stadt Bogen ist zu allen Zeiten durch äußere Einflüsse, durch die Abhängigkeit von Gesetz und obrigkeitlicher Verwaltung und vor allem durch Kriege stark bestimmt worden; lediglich unsere Epoche bildet hiervon eine gewisse Ausnahme. Die Geschichte Bogens ist weiterhin vergleichbar mit denen anderer bayerischer Ortschaften. Bevölkerungsstruktur, wirtschaftliche Gliederung, Rechtsordnung, gemeindliche Verfassung, Konfession und Bildung sind geschichtlich gesehen, größtenteils bayerische Besonderheiten, die sich vielfach auch anderswo finden. Dennoch bietet die Geschichte der Stadt auch genügend Ereignisse und Daten, die nur ihr zu eigen sind.

Bogana - Pogana - Pogen - Boign
Die ältesten Nachweise einer Besiedlung auf dem Gebiet der Stadt Bogen findet sich auf dem Bogenberg. Die heute noch erkennbaren Wallanlagen und zahlreiche Gefäß- und Waffenfunde werden der Bronze- und Urnenfelderzeit zugeordnet.

Am Fuße des Berges, an der Donau und am Bogenbach scheinen sich erst sehr viel später Menschen niedergelassen zu haben. Ein Güterverzeichnis des Klosters Niederalteich (erhalten in Abschriften des 12. und 13. Jh.), nennt für das ausgehende 8. Jh. eine "villa Pogana", in deren Nähe sich Weinberge befanden. Urkunden von 864 und 882 bringen den Namen "bogana" als älteste Originalzeugnisse. Von dieser Zeit an dürfen wir eine Ansiedlung annehmen, die allmählich am Bogenbach entstanden ist. Fischer, Wein- und Kleinbauern, Schiffsleute und Handwerker trafen sich "auf der Pogen", später "in der
Boign", d.h. am Bogenbach, um ihren Lebensunterhalt gemeinsam zu verdienen.

Grafen von Windberg - Bogen und Bogener Rauten

Der Ort Bogen und das umliegende Gebiet gelangten wohl um die Jahrtausendwende in den Einflußbereich eines langsam entstandenen Grafengeschlechtes. Es hatte seinen Sitz zunächst in Windberg. Von dort aus stiftete Domvogt Freidrich um 1080 das Kloster Obralteich, Graf Aswin soll 1104 die Marienwallfahrt auf den Bogenberg begründet haben. Als die Grafen von Windberg ihren Stammsitz zu einem Kloster machten (um 1140), verlegten sie ihre Residenz nach Bogen und nannten sich Grafen von Bogen. Als solche hatten sie Einfluß in weiten Teilen Niederbayerns und des Bayerischen Waldes bis hinein nach Böhmen. Sie waren während des 12. Jh. geachtete, aber auch gefürchtete Herrscher. Sie nahmen an Kreuzzügen teil, glänzten als tapfere Soldaten, verursachten aber auch blutige Fehden mit Nachbargemeinden.

Die Witwe des Grafen Albert III., Ludmilla, heiratete 1204 den Wittelsbacher Herzog Ludwig den Kelheimer. Da die beiden Söhne Ludmillas und des verstorbenen Albert, die letzten Grafen von Bogen, kinderlos starben, fiel 1242 die gesamte Grafschaft an die Wittelsbacher. Auch das Symbol der Bogener Grafen, die Rauten, die sie in ihrer Speerfahne geführt hatten, eigneten sich die Wittelsbacher Erben an. Heute bilden die weiß-blauen Rauten das Herzstück des bayerischen Staatswappens und erinnern an Bogens größte Zeit.

Der Markt Bogen vom 13. bis zum 18. Jahrhundert

Die Siedlung Bogen wurde im Laufe des 13. Jahrhunderts dem neuerrichteten Landgericht Mitterfels unterstellt. Aus früheren Zeiten blieben dem Ort wohl einige Rechte erhalten, die ihm die Grafen von Bogen zugeteilt hatten. So erhielt schließlich Bogen im Jahre 1341 offiziell das Marktrecht und wurde Bannmarkt. Die Bürger konnten nun in den Grenzen ihres Gemeinwesens bestimmte Dinge selbst entscheiden und organisieren. Der Markt erhielt Einnahmen durch eine Mautstation, durch Ziegel- und Salzstadel. Vor allem aber war Bogen ein Marktort, sorgte also für den Warenaustausch zwischen Bürgern und Umland. Die wirtschaftliche Lage wurde wesentlich und zu allen Zeiten durch die Wallfahrt auf den Bogenberg gestärkt. Um die Mitte des 15. Jh. ist eine auffällige Blütezeit zu beobachten. Kirchenbauten und die Verleihung des Marktwappens (1461) scheinen Folge oder auch Ursache gewesen zu sein. Auch die berühmte Holzkirchner Kerzenwallfahrt an Pfingsten ist in dieser Zeit entstanden. Zu Beginn des 17. Jh. errichteten die Bürger im Markt Bogen ein neues Rathaus und eine Fronfeste, in Oberalteich schuf Abt Veit Höser eine neue, beispielhafte benediktinische Klosteranlage. 1719 traf dann den Markt die größte Katastrophe seines Bestehens. Ein Brand vernichtete fast die Hälfte aller damaligen Wohnhäuser. Während Bogen jahrzehntelang unter den Nachwirkungen dieses Unglücks zu leiden hatte, erwuchs um 1730 in Oberalteich, auf dem Bogenberg und in Degernbach neuer Glanz in den Kirchen.

Bogen nach der Säkularisation und der bayerischen Gemeindereform

Die Säkularisation - auf dem Bogenberg durch einen Brand des Priorats symbolisiert - und Gemeindereformen von 1808 und 1818 brachten in Bayern und natürlich auch in Bogen wesentliche Erneuerungen. Die Kirchen und die Wallfahrten verloren an Zuspruch. Dementsprechend hatte auch der Markt Bogen zu leiden. Die Errichtung einer Bürgerwehr, einer Gendarmeriestation und des ersten eigenen Schulhauses sind allerdings auf die Reformen zurückzuführen. Und als man 1839 ein königlich bayerisches Landgericht (später Bezirksamt und Amtsgericht) erhielt, setzte sogar eine neue wirtschaftliche Blüte ein. Ergebnisse davon waren u.a. der Zuwachs an Bevölkerung, ein neues Krankenhaus, Gewerbeschulen, zahlreiche Vereinsgründungen, Volksfeste und schließlich 1895 der Bau einer Eisenbahn. Weitere strukturelle Verbesserungen brachte auch die Zeit bis zum zweiten Weltkrieg.Hier seien vor allem der Bau der Wasserleitung (1931) und die Erweiterung der Pfarrkirche (1935) erwähnt.

Die Stadt Bogen, 1952 bis heute

Wer heute in der Stadt Bogen weilt, erkennt eigentlich nichts mehr von den Schwierigkeiten und bescheidenen Verhältnissen vergangener Zeiten. Seit der Stadterhebung im Jahre 1952 ist Bogen eine moderne Kleinstadt geworden. Begünstigt wurde diese Entwicklung durch die Errichtung einer Bundeswehrgarnison (1958, Brigadestab, Pionierbataillon) und vor allem durch den Einsatz der Bürger Bogens und seiner gewählten Vertreter. Freizeiteinrichtungen, Krankenhaus, Altenheim, Schulen, Einsatzzentrum, Klärwerk und die Neugestaltung des Stadtplatzes sind mustergültig geschaffen worden. Das Stadtgebiet wurde durch die Eingemeindungen von vier Ortschaften (Bogenberg, Degernbach, Oberalteich, Pfelling) auf über 50 qkm vergrößert.

Mehrere mittelständische Betriebe (Dachziegel, Fayence- und Steingut, Kunststoff, Geflügelschlächterei, Leder- und Pelzbekleidung) schufen einen gewissen Ausgleich zum Abzug von Behörden, der im Rahmen der bayerischen Gebietsreform auch Bogen getroffen hat. Bogen hat längst einen Autobahnanschluß an die BAB 3 und ist ideal an dem vielbesuchten Donuaradweg gelegen. Mit einem eigenen Kulturzentrum in Oberalteich, mit lebendigen Städtepartnerschaften und nicht zuletzt als gastfreundliche und festliche Stadt hat sich Bogen einen guten Namen gemacht.

Die Geschichte wird gelebt bei den Bogener Rautentagen - Info auch unter www.bogener-rautentage.de





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