Bogenberg „Der heilige Berg Niederbayerns”

Weithin sichtbar ragt der Bogenberg aus der Donauebene. Der Vorbote zum Bayerischen Wald ist nicht nur eine naturkundliche Besonderheit, sondern hat vor allem auch eine äußerst wichtige kultur- und kirchengeschichtliche Bedeutung.

Der „Heilige Berg Niederbayerns“ kann eine beachtliche historische Vergangenheit aufweisen. Seit der Jungsteinzeit lässt sich auf seinem Bergrücken eine Besiedlung nachweisen. Sowohl als mittelalterlicher Herrensitz der mächtigen Grafen von Bogen (Herkunft des Bayerischen Rautenwappens 1204) als auch als ältester, der Legende nach im Jahre 1104 gegründeter und lange Zeit größter marianischer Wallfahrtsort ging er in die Geschichte ein. Weit über die Grenzen hinaus bekannt ist die Holzkirchener Kerzenwallfahrt. Nach einem zweitägigen Fußmarsch tragen kräftige Männer die 13 m lange Kerze (mit Wachs umwickelter Fichtenstamm) stehend zur Marienverehrung in der Wallfahrtskirche hoch.
Die steilen Hänge an der Süd- und Westseite des Bogenberges, die durch die Erosionstätigkeit der Donau als Prallhänge herauspräpariert wurden, formen sein einzigartiges Erscheinungsbild. Auffällig zerbrochenes und aufgeriebenes metamorphes Gestein (sog. Mylonit, Ausgangsgestein z.B. Perlgneis) baut an dieser Störungslinie fast den gesamten Berg auf. Hier herrschen aufgrund der Steilheit extreme klimatische Bedingungen. Starke Sonneneinstrahlung, häufige Winde, große Trockenheit, Nährstoffarmut, strenger Frost und sommerliche Hitze führen z.T. zu einer hochspezialisierten Tier- und Pflanzenwelt.

Der Bogenberg ist einer der bekanntesten Marien-Wallfahrtsorte in Bayern.Eine der bekanntesten ist die Holzkirchener Pfingstwallfahrt, die seit Ende des 15. Jahrhunderts immer am Pfingstsonntag stattfindet.

In der Vorhalle der Kirche berichtet eine Steintafel über die Entstehung der Wallfahrt. Demnach kam im Jahr 1104 das Gnadenbild auf der Donau angeschwommen und wurde von Graf Aswin von Bogen in seiner Schlosskapelle aufgestellt. 1223 wurde der Bogenberg als „Berg der heiligen Maria” in einer Urkunde des Papstes Honorius III. erwähnt. 1286 verlieh Bischof Bernhard von Passau und 1294 Bischof Enicho von Freising Ablässe für die Pilger auf den Bogenberg.

1295 errichtete man eine neue Kirche, und neben der Kirche baute das Kloster Oberalteich, das von Anfang an die Wallfahrt betreute, eine Wohnung für die Mönche, woraus später das Priorat Bogenberg wurde. Die heutige Kirche entstand 1463 unter Prior Benedikt Beham, der später Abt von Kloster Oberalteich wurde. Das 15. und 16. Jahrhundert brachte einen Aufschwung der Wallfahrt. Um 1530 kamen Pilger aus 241 Ortschaften, zeitweise bis 15.000 täglich.

Auch nach der Säkularisation in Bayern und der Klosteraufhebung versahen die Patres noch bis 1822 die Wallfahrtsseelsorge, danach verrichteten hier zwei ehemalige Franziskaner bis 1844 ihren Dienst. Seitdem wirken Weltpriester als Wallfahrtsseelsorger, nach dem Zweiten Weltkrieg nahm sich auch das Kloster Windberg um die Wallfahrt an. Die Kirche ist auch Pfarrkirche des Pfarramtes Bogenberg. Ihre Patrozinien sind Kreuzauffindung und Maria Himmelfahrt.

 

Der 432 m hohe Bogenberg, am Fuße der Stadt Bogen (314 m) gelegen ist schon von weitem sichtbar. Er ist mit seiner Tier- und Pflanzenwelt nicht nur eine naturkundliche Besonderheit. Als „heiliger Berg” Niederbayerns besitzt er auch eine äußerst wichtige kultur- und kirchengeschichtliche Bedeutung! Verschiedene Übersichts- und Informationstafeln führen den Besucher zu den Themen Natur, Kultur und Geschichte rund um den Bogenberg. Entdecken Sie dieses Naturerlebnis!

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Der Bogenberg an der Donau ist Lebensraum für eine beeindruckende Tier- und Pflanzenwelt. Mit den besonderen Felsgesteinen des Donaurandbruches gehört er zu den 100 schönsten Geotopen Bayerns. Seine religiöse und kulturelle Bedeutung zeigt sich zum Beispiel an der Wallfahrtskirche und dem Kreisheimatmuseum.

Die Bogener Kerzenwallfahrt gehört neben dem Engelmarisuchen in St. Englmar und dem Kötztinger Pfingstritt zu den drei großen brauchtümlichen Darstellungen der Pfingsttage in Niederbayern. Es ist eine Fußwallfahrt mit Andacht (ca. 400 Teilnehmer), die am Pfingstsamstag von Holzkirchen (Gemeinde Ortenburg, im Landkreis Passau) aus über 75 km zum Heiligtum auf den Bogenberg führt und dort am Pfingstsonntag endet.

Die Kerze, ein von Wachs umwickelter, etwa 13 m langer und ein Zentner schwerer Fichtenstamm, wird auf der Schulter, an manchen Stellen stehend, getragen. „Die lange Stang” wird am Freitag vor Pfingsten nach einem überlieferten Plan und teilweise mit alten Werkzeugen hergestellt. (Haslinger-Hof in Schöfbach)

Die Kerzenwallfahrt von Holzkirchen nach Bogenberg entstand am Ende des 15. Jahrhunderts, vermutlich infolge einer starken Borkenkäferplage, welche die Wälder um Holzkirchen bedrohte. Ihren Höhepunkt erlebte die Wallfahrt um 1800 bis zum Einsetzen der Säkularisation. Das Gnadenbild stellt eine „Maria in der Hoffnung” dar und stammt aus dem 15. Jahrhundert. Als Wallfahrtsleiter der Holzkirchener fungiert seit 1985 Herr Willi Haslinger.

Der Wallfahrtsort Bogenberg gilt als ältester Marienwallfahrtsort Bayerns, der Wallfahrt auf das Jahr 1104 datiert; sie sagt aus, daß eine Steinmadonna stromaufwärts schwamm und am Marienfelsen bei Bogen landete.

© Stadt Bogen

Pfarr- und Wallfahrtskirche Mariä Himmelfahrt auf dem Bogenberg

Entstanden aus einer Orts- und Eigenkirche der Grafen von Bogen, entwickelte sich im 12. und 13. Jahrhundert neben der Pfarrei Bogen (berg) auch eine Wallfahrt zur heiligen Maria. Eine fromme Legende verweist auf das Jahr 1104. Pfarrei Wallfahrt und ein Priorat wurden bis 1803 von den Benediktinern des Klosters Oberalteich betreut. Das einzigartige Gnadenbild der Muttergottes in der Hoffnung, eine Steinfigur des späten 13. Jahrhunderts, ist das älteste, ununterbrochen verehrte Marienbild Bayerns. Der heutige Kirchenbau wurde 1463 vollendet, seine Inneneinrichtung wiederholt verändert. Hier findet jährlich an Pfingsten die Kerzenwallfahrt statt.

 

Im ehemaligen Pfarrstadl auf dem Bogenberg ist die Sammlung des Kreismuseums untergebracht: Auf zwei Ausstellungsebenen werden zwei Themenschwerpunkte gezeigt.

Die weiß-blauen Rauten sind in Bayern allgegenwärtig – im Staatswappen und auf bayerischen Flaggen, auf Bierkrügen und Dingen des täglichen Lebens. Doch wer weiß, wo die bayerischen Rauten ihren Ursprung haben? Antwort gibt die Abteilung „Ritter, Rauten & Co.”, die Einblick in die verschiedenen historischen Etappen der Bayerischen Rauten gewährt.

Die zweite Abteilung ist dem Bogenberg, dem „Heiligen Berg Niederbayerns” gewidmet. Die Wallfahrt zu Unserer lieben Frau ist eine der ältesten in ganz Bayern. Darüber hinaus zeugen zahlreiche religiöse Gegenstände und wertvolle Skulpturen der Romanik, der Gotik und des Barock von einer reichen Landschaft großer Volksfrömmigkeit.

Verschiedene Sonderausstellungen machen den Besuch im Kreismuseum jederzeit zu einem kulturellen Ereignis.

 

Durch seine besondere Lage an der Nahtstelle Gäuboden - Donautal - Bayerischer Wald nimmt der Bogenberg eine Übergangsstellung zwichen den einzelnen Narurräumen ein. die vorherschende Pflanzen- und Tierwelt ist daher besoners vielseitig und schützenswert.

Am sonnenverwähnten Südwesthand zur Donau hin mit seinen wärmebegünstigten Standorten entstand daher bereits 1956 ein Naturschutzgebiet.

An den steilen Felsen am Donaurandbruch (Lippweg) finden sich vor allem Felsbandgesellschaften mit Arten der roten Liste. Das sind zum Beispiel die Küchenschelle (pulsatilla vulgaris).

Viele der Blütenpflanzen machen somit einen Frühlingssparziergang besoners reizvoll.

 

Auf dem Heiligen Berg Niederbayerns - dem Bogenberg - haben Franz-Xaver Six und Hermann Mayer eine beeindruckende Panoramatafel mit Blick über das Donautal und das angrenzende Hügelland bis hin zu den Alpen für den interessierten Besucher aufgestellt. Hermann Mayer hat die erläuternden Texte der Tafel für das online-Projekt RePaLi aufbereitet. Eine Originalansicht der Tafel ist bei den Wandertour-Bildern Bogenberg über den Lippweg enthalten: Link 

Aber natürlich ist noch beeindruckender, den Ausblick in Natura zu erleben. Ob dann aber die Fernsicht so toll ist? Die Bergfex-Webcam auf dem Hirschenstein könnte dabei hilfreich sein: Link. Falls aber der Blick in die Ferne doch getrübt sein sollte lohnt immer ein Besuch in der Wallfahrtskirche Bogenberg mit hunderten von "Maria-hat-geholfen"-Kerzen und -Votivtafeln. Auch im Gasthaus "zur schönen Aussicht" hätte man wenigstens einen tollen Blick über das Donautal von Deggendorf im Osten bis im Westen weit über Straubing hinaus.

Die Tafel steht unmittelbar über dem steilen Südabhang des Bogenberges, am westlichen Zugang zur Kirche, hinter dem ersten Devotionalien-Häuschen rechts am Ende des Pilgerweges, der vom Stadtplatz Bogen auf den Heiligen Berg führt.

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Stadt Bogen - Rathaus

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94327 Bogen

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  • barrierefrei
  • Das neue Rathaus

Öffnungszeiten

Mittwoch und Samstag 14.00-16.00 Uhr
Sonn- und Feiertage zusätzlich 10.00-12.00 Uhr

Das Museum hat vom 1. April bis 31. Oktober und zum Bogenberger Christkindlmarkt am 8. und 9. Dezember geöffnet.

Öffnungszeiten Pfarrbüro:

Dienstag von 9:00 bis 11:00 Uhr

Donnerstag von 15:30 bis 17:00 Uhr

Tel.: 09422-1546

Fax: 09422-6119

eMail: pfarramt-bogenberg@t-online.de

Der Bogenberg in Bildern

© Stadt Bogen
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Hier ein Video vom Bogenberg